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»Wie die Mietrechtsreformden Neubau undBestand gefährdet«
Mit den Verschärfungen des Mietrechts soll insbesondere die möblierte Vermietung für längere Mietzeiträume unattraktiver gemacht werden. Ein wichtiger Bereich des Wohnungsmarktes wird unter fadenscheinigen Gründen und mit unsoliden Gutachten entgegen dem Rat sachverständiger Ökonomen schlecht reguliert.
Für Mietinteressenten, die flexible, möblierte Mietlösungen im mittelfristigen Bereich (sieben Monate bis zwei Jahre) benötigen, wird es deutlich schwieriger. Das Angebot wird noch knapper, weil weniger Vermieter bereit sind zu investieren oder ihre Wohnung weiterhin möbliert zu vermieten. Was von Politikern vielleicht gut gedacht war, ist sehr schlecht, nicht nur für den Standort München, sondern auch für die Unternehmen und Institutionen, die sehr froh über flexible Lösungen für ihre Mitarbeitenden waren. Insbesondere auch für Menschen, die neu in München ihre berufliche Karriere beginnen, wird die Wohnungssuche teurer und schwieriger.
2-Klassen Recht für Immobilieneigentümer:
Die Regierung versucht mit ihren verschiedenen Maßnahmen ein 2-Klassen-Recht weiter zu etablieren:
Einerseits Vermieter, die Neubauimmobilien ab Erstbezug nach dem 1. Oktober 2014 erwerben. Hier sieht der Gesetzgeber keine Beschränkungen durch eine Mietpreisbremse vor, und andererseits schlechter gestellte Immobilienbesitzer mit Immobilien mit Erstbezug vor dem Oktober 2014 und erheblichen mietrechtlichen Einschränkungen.
Man könnte mutmaßen: Der Erwerb von älteren Bestandsimmobilien für die Vermietung z.B. auch zur Altersvorsorge ist regierungsseitig nicht erwünscht, zumindest aber möchte man dies nicht fördern.
Indirekt könnte es eine Förderung des (gewünschten) Neubaus und eine weitere Benachteiligung von Bestandsimmobilien mit Erstbezug vor Okt. 2014 neben den u.a. meist schlechteren Energiewerten sein.
Gleichzeitig schürt die Bundesjustizministerin mit ihrer Ankündigung Misstrauen auch bei Erwerbern von Neubauimmobilien. Um die hohen Kaufpreise darstellen zu können, sind hohe Mietpreise erforderlich. Immobilienkäufer müssen darauf vertrauen können, dass sie nicht übermorgen durch die Regierung weiter reglementiert werden.
Die Politik setzt mit ihren Regulierungen einmal mehr fatale Zeichen für Vermieter und investitionsbereite Käufer und wird den Wohnungs- und Immobilienmarkt indirekt nachhaltig schädigen zu Lasten der Menschen, die dringend auf Wohnraum angewiesen sind.