Driving Home for Christmas


Weihnachtsbräuche aus aller Welt

Der Weihnachtsbaum, das Gänseessen und auch der Kirchenbesuch sind Traditionen, ohne die sich kaum ein Deutscher Weihnachten vorstellen kann. In Deutschland feiern rund 78 % Weihnachten. Für die meisten ist es eine lang zurückliegende Familientradition.
Bereits Anfang September gibt es das erste Weihnachtsgebäck im Supermarkt zu kaufen. Lichterketten, Glühwein und Weihnachtshits im Radio folgen nicht viel später.
So unterschiedlich die Sprachen und Länder sind, so verschieden sind auch ihre Weihnachtstraditionen. Das Team von Mr. Lodge ist so bunt gemischt wie die Geschenke unter dem Weihnachtsbaum.
Unsere Kollegen erzählen, wie Weihnachten in ihrem Heimatland gefeiert wird:

Deutschland


 

In Deutschland ist die weihnachtliche Bescherung bereits am 24.12. abends. An Heiligabend gehen wir traditionell in die Kirche und das Abendessen fällt in vielen Familien etwas einfacher aus. Meist bleibt man am 24.12. im kleinen Familienkreis und am ersten und zweiten Weihnachtsfeiertag wird mit der erweiterten Familie gefeiert, aufwendiger gekocht und viel gegessen. Im Gegensatz zu vielen anderen Ländern bringt bei uns das Christkind an Heiligabend die Geschenke. Der Weihnachtsmann ist der Nikolaus und der kommt am 6.12. und bringt den Kindern Geschenke in einem großen Sack oder füllt die Stiefel in der Nacht zum 6. Dezember. Der Weihnachtsbaum ist eine deutsche Tradition, die von hier aus in die Welt gestartet ist. Wir kaufen ihn ein paar Tage vor Heiligabend und schmücken ihn meist erst kurz vorher. Er bleibt klassischerweise bis zum 6.1. stehen.
Weitere Traditionen sind das Plätzchenbacken in der Adventszeit, der Adventskranz mit 4 Kerzen für die 4 Adventssonntage vor Weihnachten, Glühwein-Trinken auf dem Weihnachtsmarkt und die Weihnachtsfeiern in der Firma oder in den Vereinen.

Laos


Im Gegensatz zu Deutschland spielt Weihnachten in Laos, welches am 25. Dezember gefeiert wird, nur eine untergeordnete Rolle, da der buddhistische Glaube vorherrscht. Im Grunde feiern nur die wenigen Katholiken im Land Weihnachten. Um den Kindern eine Freude zu bereiten, stellen wir einen Weihnachtsbaum auf, Geschenke sind jedoch nicht so üblich. Eigentlich haben wir nicht wirklich Bräuche in der Weihnachtszeit, wir besuchen aber die Christmette mit anschließendem Essen bei der Kirche.

Ungarn


 

Mit der Familie wird am 24.12. abends gefeiert. Erst wird der Weihnachtsbaum geschmückt, dann gibt es ein frühes Abendessen und im An­schluss die Bescherung. Am 25. und 26. wird dann mit Großeltern und Cousinen und Cousins gefeiert und viel gegessen. Es gibt Fleisch, Gemüse, Reis, Kartoffeln oder die beliebte, mit Fleisch und Reis gefüllte Kohlroulade: „Töltött káposzta“.

An Heiligabend essen wir traditio­nellerweise eine spezielle Fisch­suppe namens Halászlé: Die berühmte ungarische Fisch­suppe zählt zu den beliebtesten ungarischen Vorspeisen. Sie wird aus Süßwasserfisch gemacht, da Ungarn keinen Meereszugang hat, aber viele stehende Gewässer. Die Hauptzutat ist traditionell der Karp­fen und durch viel Paprikagewürz wird die Suppe leuchtend rot. Dazu gibts selbstgebackenes Brot, wie Weißbrot, Ciabatta oder kräftiges Roggen-Mischbrot.

Frankreich


Am 24. und 25. Dezember treffen wir uns mit der ganzen Familie inklusive Kin­dern und Großeltern. Am 24. gibt es abends vorab einen Aperitif und anschließend ein 3-Gänge-Me­nü mit Fisch; die Geschenke werden erst in der Nacht zum 25. bereitgelegt und dann gleich am Morgen ausgepackt. Während die Kinder mit ihren neuen Spielsachen beschäftigt sind, treffen sich die Frauen in der Küche und berei­ten das Weihnachtsessen für den Mittagstisch vor. Das Essen startet erneut mit einem gemeinsamen Aperitif oder Champagner, dazu Foie Gras sowie Graved Lachs und ein 3-Gänge-Menü mit Fisch oder Fleisch, gerne gegessen wird auch Pute/Truthahn, dazu ein Gläschen Wein und das Ganze geht dann so von 12.30-16.00 Uhr. Zum Dessert gibt es einen speziellen Weihnachtskuchen „Bûche de Nöel“.

Polen


 

Wir fangen das Abendessen an, wenn der erste Stern am Himmel steht (oder mindestens versuchen wir es). Die Kinder gucken durch das Fenster und warten ungeduldig darauf, weil es nach dem Abendessen immer Geschenke gibt. Wir essen am 24.12. kein Fleisch, nur Fisch und vegetarische Gerichte. Es sollten insgesamt 12 Gerichte sein (der Zahl von Jesus Aposteln), aber wahr­scheinlich essen nur die sehr religiösen Familien genau 12 Gerichte, die ande­ren bereiten ein bisschen weniger vor. Der typischste Fisch ist der Karpfen, er sollte auf keinem Tisch fehlen.
Eine weitere Tradition bei uns sind die Weihnachtsoblaten: Sie sind aus Mehl, Wasser und Stärke und schmecken ein bisschen wie Papier, wenn man sie im Mund hat. Jeder am Tisch bricht sich ein Stückchen der Oblate ab und teilt sie mit allen Anwesenden. Dabei wünscht man sich viel Glück und Segen für das nächste Jahr. Diese Tradition ist für uns sehr wichtig. Wenn jemand im Ausland wohnt, werden die Weihnachtsoblaten an Freunde und Familie in der ganzen Welt verschickt. Den Verstorbenen bricht man die Hälfte der Oblate ab und legt sie auf den Friedhof.
Die Gläubigen gehen an Weihnachten in die Kirche. Am 24. Dezember gibt es um Mitternacht eine Messe, die immer sehr gut besucht ist, diese nennen wir „Pasterka“.

Rumänien


 

Weihnachten wird bei uns sehr religiös gefeiert, wir sind christlich-orthodox. 6 Wochen vorher ist Fastenzeit für alle Eltern und Omas, nur die Kinder sind ausgenommen.
Am 20.12., dem „Heiligen Ignatius“, geht es los mit den Feierlichkeiten, dann schlachten wir das Schwein für Weihnachten, das ist unser Hauptessen. Als ich 1994 frisch in die Stadt gezogen bin, wurde das Schwein zwischen den Autos geschlachtet und hat ganz laut gequiekt, das war ein echtes Erlebnis. Jetzt ist es in der Stadt verboten, aber am Land macht man es immer noch. Traditionell durften die Kinder dann immer auf dem toten Schwein mit einem Teppich dazwischen sitzen. Neben dem Schwein sind Krautwickel das A und O für jeden in der Familie. Die werden 10-12 Stunden im Topf über Nacht gegart.

Der Weihnachtsbaum wird erst am 24. zusammen mit der Familie geschmückt. Wenn es dunkel ist, gehen die Sternsinger durch die Gassen und singen Lieder für Süßigkeiten und Geld. Übrigens: Wenn man für die Sternsinger die Tür nicht aufmacht, bringt es Unglück. Am 24. singen nur die Kinder und Jugendlichen und am 25. gehen die Erwachsenen mit und man besucht sich gegenseitig. Am 25. darfst du nicht arbeiten, putzen oder kochen, nur trinken, essen und feiern mit Nachbarn und Freunden. Am 24. bleibt man traditionell nur in der Familie. Manchmal durften wir alle wach bleiben, bis der Weihnachtsmann um Mitternacht die Geschenke bringt. Eigentlich werden sie erst am 25. in der Früh gefunden und ausgepackt. Danach ist Kirche und anschließend großes Festessen.

Italien


 

Wir bekommen an Santa Lucia, am 13.12. Geschenke. Dann bauen wir auch die Krippe auf, die bis 6.1. stehen bleibt. Am 25.12. feiern wir Weihnachten mit Ge­schenken. Der Weihnachtsbaum ist oft aufgrund der wärmeren Temperaturen in Italien künstlich.
Auch in Italien beschenkt der Nikolaus (ital.: San Nicola) am 6. Dezember die Kinder. Aber in der Nacht vom 12. auf den 13. Dezember kommt Santa Lucia, die Botin des Lichts. Sie legt den Kindern Süßigkeiten und kleine Gaben auf die Fensterbank oder in die Schuhe.
Vor mehr als 1600 Jahren lebte die heilige Lucia auf Sizilien. Nachts schlich sie sich zu den Armen und versorgte sie mit Lebensmitteln. Um sich den Weg zu beleuchten und beide Hände zum Tragen frei zu haben, setzte sie sich einen Lichterkranz auf den Kopf. Lucia wurde als Christin getötet, weil sie ihrem Glauben nicht abschwören wollte. Da ihr angeblich die Augen ausgestochen wurden, gilt sie als Heilige der Augen, der Sehkraft und des Lichts.
In Europa wird Santa Lucia auch in Finnland, Russland, Polen, der Tschechi­schen Republik und Dänemark gefeiert. In einigen Regionen Norditaliens tritt Santa Lucia an die Stelle des Weihnachtsmanns: Die Kinder erhalten von ihr während der Feierlichkeiten am 13. Dezember Geschenke. In einigen Orten in Venetien, Trentino-Südtirol, der Lombardei, Friaul-Julisch Venetien und der Emilia-Romagna feiert man Santa Lucia und beschenkt die Kinder.

Türkei


In der Türkei gibt es eine christliche Minderheit, die Weihnachten feiert. Man­che Türken feiern auch Weihnachten, streng religiöse Muslime allerdings eher nicht. Und in der Türkei wird Neujahr groß gefeiert. Ab dem ersten Dezember bereitet man sich bereits auf den Jahreswechsel vor. Es gibt einen Neujahrsbaum und auch Neujahrsmänner, die am Silvesterabend auf türkischen Straßen zu sehen sind und die sehen genauso aus wie Weihnachts­männer; Geschenke gibt es auch. Sie werden unter den Neujahrsbaum gelegt. Der geschmückte Baum und die Geschenke sind eigentlich eine alte türkische Tradition. Vor dem Islam haben Türken das Nardugan-Fest gefeiert. Es findet vom 21. bis 22. Dezember, zur Wintersonnenwende, statt. Im alten Glauben der Türken kämpfen der Tag und die Nacht miteinander. Am 22. Dezember besiegt der Tag die Nacht. Die Kräfte des Guten obsiegen über die der Dunkelheit. An Nardugan werden die Kinder beschenkt. Diese konnten vorher Wunschzettel an den Bäumen aufhängen.

Ukraine


 

Wegen der anderen Kalender-Zeitrechnung feiern wir 2 Wochen später, am 6.1. Weihnachten mit der Familie, jedoch ohne Geschenke, die gibt es bereits am 31.12. An dem Tag feiern wir auch mit den Freunden Weihnachten. Unser Silvester findet auch 2 Wochen später, am 13.1. statt. Der Weihnachtsbaum wird zum 31.12. aufgestellt und bleibt bis zum 13.1. stehen. Es wird also im Grunde genommen zweimal Silvester gefeiert: Am 31.12. und am 13.1., da ist ein inoffi­zieller Feiertag. Bräuche: Kinder gehen von Tür zu Tür und erzählen eine kleine Geschichte für Süßigkeiten oder Geld. Zu Essen gibt es traditionell Kutja, eine süße Getreidespeise, die hauptsäch­lich in Russland, der Ukraine, in Litauen, Weißrussland und den östlichen Ge­bieten Polens gegessen wird.

Schweden


In Schweden feiern wir am 24.12. Weihnachten oder wie wir sagen jul. Eher schon tagsüber. Ein wichtiger Teil ist eine Disney Fernsehsendung, die um 15 Uhr läuft und von über 50% aller Schweden angeschaut wird. Dann wird im Fernsehen „Kalle Anka och hans vänner önskar God Jul“ (Donald Duck und seine Freunde wünschen Frohe Weihnachten) gezeigt. Das ist eine amerikanische Sendung, die es seit 1960 im schwedischen Fernsehen gibt und sie zeigt verschiedene Ausschnitte aus den Disney-Filmen. Im Anschluss wird dann ganz viel gegessen. Bei uns gibt es ein so genanntes „Julbord“ – ein Buffet mit vielen verschiedenen traditionellen Gerichten. Was auf keinen Fall fehlen darf ist u.a. der Weihnachtsschinken, Graved Lachs und eingelegter Hering, Eier mit Kaviar, Köttbullar & Leberpastete, Rotebeetesalat und mein persönlicher Weihnachtsliebling „Janssons Frestelse“ – eine Art Kartoffelgratin mit Anchovis. Nachdem fertig gegessen wurde, kommt der Weihnachtsmann = Jultomten. Das ist meistens einer der erwachsenen Familienmitglieder oder ein Nachbar bzw. Freund, den man für diesen Job eingespannt hat und der sich bereit erklärt, sich als Weihnachtsmann zu verkleiden.
Im Vorfeld zu Weihnachten wird übrigens in Schweden so wie hier Advent gefeiert mit Adventskränzen und 4 Kerzen, die nach und nach angezündet werden dürfen und eine Besonderheit bei uns ist Lucia, was am 13.12 gefeiert wird. Da bringt uns die St. Lucia und ihre Folgschaft Licht ins Dunkle, es wird gesungen und es ist wirklich traumhaft schön.

Irland


 

Am 25.12. ist bei uns „Christmas day“ und in der Nacht davor kommt „Santa Claus down the chimney“. Bevor man am 24. abends ins Bett geht, stellt man einen Whiskey bzw. Milch und Kekse für Santa Claus bereit und Karotten für das Rentier. Davor werden die ganzen Vorbereitungen gemacht und der Weihnachtsbaum geschmückt, aber gefeiert wird am 24. noch nicht. Wenn man dann am 25. morgens aufwacht, sind die Geschenke da und werden auch direkt von den Kindern aufgerissen. Am 25. gibt es meist einen ganzen Truthahn zu essen „roasted turkey“ und einen ganzen Schinken „honey glazed ham“ mit Allerlei von der Kartoffel „roasted potatoes“, mashed potatoes“, „boiled potatoes“. Zum Dessert gibt es einen traditionellen Kuchen mit Rosinen und Whiskey, der einen Monat vorher bereits gebacken wird. Wir feiern den 25. traditionell mit der ganzen direkten Familie und am 26., dem St. Stephen’s Day, mit der erweiterten Familie.

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